Teufelskern (demon core)

Der Blogger hat es nicht leicht. Wenn er schreibt, wird er nicht gelesen und wenn er gelesen wird so wird er auch kommentiert, oft nur wenig, manchmal auch reichlich. Viele Kommentare bedeutet viele Klicks, so dass sich immer wieder einmal eine kleine Kettenreaktion einstellt, über die sich der Blogger freut. Und dann kommt es zum GAU:

Nehmen wir einmal an, dass ein solcher Unfall bereits mit dem Kern der Nagasaki oder der Trinity-Bombe passiert wäre, die ja sicher auch im Vorfeld zu Versuchen aller Art verwendet wurden. Nehmen wir ferner an, dass es den Beteiligten nicht gelungen wäre, durch beherztes Eingreifen das Schlimmste zu verhüten. Das ist sicher keine ganz unplausible Annahme. …

Mein kurzer Kommentar: Bereits die Annahmen sind rein spekulativ. Die Gefahren waren bekannt. Fermi sagte zu Slotin: “Mach so weiter und du bist in einem Jahr tot.” Wenn Slotin das Experiment vierzig mal wiederholen konnte, ohne dass er daran gehindert wurde, so lag es auch daran, dass es zwar für die unmittelbar Beteiligten fatal sein konnte, schlimmere Folgen für die Umgebung aber ausgeschlossen waren: “This is not because there was any possibility of an explosion”

The Plutonium Files

Die Reaktion des Bloggers war unerwartet, aber eindeutig: Mein Kommentar verschwand so schnell wie er aufgetaucht war.

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Sinn und Unsinn von psychologischen Untersuchungen bei Piloten

Blogs gehören den Bloggern, die sie unterhalten. Kommentare sind erwünscht oder auch nicht. Die erwünschten kann man im vorliegenden Fall hier nachlesen, ein unerwünschter lautet wie folgt:

Frauen sind doch an Technik interessiert, z.B. waren bei STS-121 zwei Frauen und fünf Männer an Bord. Die Geschichte von Lisa Nowak, die in 2006 mitflog, zeigt wie unerwartet Verhaltensänderungen auftreten können.

Das Verhalten von Menschen ist nicht vorhersagbar. Eine Astronautin macht keine Ausnahme von der Regel, obwohl die Gründlichkeit bei der Auswahl wesentlich höher ist als bei der von Piloten.

Man sollte einmal von null auf anfangen und ALLE Anti-Te*rror-Maßnahmen auf den Prüfstein stellen und sich vielleicht eine neue Taktik überlegen. Anstatt immer wieder nur etwas Neues darüber zu setzen, auf etwas, das nicht funktioniert hat. Beim Programmieren gehört das zur erfolgreichen Lösungstaktik von Problemen.

Mit ingesamt vierzig Jahren substantieller Programmiererfahrung kann ich über diesen Vorschlag nur lächeln. Beim Programmieren sind andere Taktiken erfolgreicher. Mein Lieblingsbeispiel ist MCNP, unter anderem auch ein ideales Spielzeug für ambitionerte erwachsene Jungen und Mädchen.

Die Leute von LANL haben nie von null angefangen, sondern sind pragmatisch vorgegangen: Seit nunmehr siebzig Jahren wird Bewährtes beibehalten, Verbesserungsbedürftiges verbessert und Überflüssiges konsequent ausgemerzt. Die Entwicklung von MCNP war und ist evolutionär im besten Sinn des Worts.

Zurück zur Sicherheit im Flugverkehr: Bei der Vorstellung wieder bei null anzufangen läuft es mir eiskalt über den Rücken. Was hier gebraucht wird ist pragmatisches und vorurteilsfreies Denken wie es bei der Entwicklung von MCNP praktiziert wurde.

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Bullstuff vom Atheisten

Ich gucke bei blooDNAcid schon lange nicht mehr hinein. Doch Auszüge tauchen immer wieder auf der Titelseite von Scienceblogs auf. Sie sind in höchstem Maß ärgerlich: Hier schreibt ein Narziss, was er für richtig hält und löscht alles an Kommentaren, was die Gültigkeit seiner Ansichten bezweifelt.

Wie sehr die Ansichten des gemeinen Atheisten an der Wirklichkeit vorbei gehen macht ein Beitrag in Spektrum der Wissenschaft deutlich: Warum ist der Dschihad so anziehend?

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Solid-State-Disk Benchmark – Was bringt es denn eigentlich?

Benchmarks von Solid-State-Disks (SSD) gibt es unzählige. Um wieviel man damit in der Praxis schneller arbeiten kann als mit den herkömmlichen Festplattenlaufwerken (hard disk drives, HDD) ist fast nirgends nachzulesen. Auf meinem Rechner aus dem Jahr 2009 dauert es gut 10 Minuten, bis mein Fotoarchiv mit ca. 22.000 Bildern nach Hinzufügen eines einzigen neuen Bildes aktualisiert ist. Daran ist das Team von jAlbum nicht ganz unschuldig. Die hingeschluderte Implementierung des Update Prozesses verschwendet die Ressouren der Rechner.

Aber auch diese Macke des Programms hat eine gute Seite, denn sie macht den Geschwindigkeitsunterschied in der Praxis fassbar:

  1. PC aus 2009, 1 TB HDD: 10:17 min (ohne Cache), 4:01 min (mit Cache)
  2. PC aus 2014, 2TB HDD (User Partition), 60GB SSD (System Partition): 4:09 min (ohne Cache), 1:09 min (mit Cache)
  3. PC aus 2014, 250GB SSD (User Partition), 60GB SSD (System Partition): 1:24 min (ohne Cache), 1:09 min (mit Cache)

Beim ersten Programmaufruf ist die dreifach höhere Geschwindigkeit deutlich spürbar. Kann der Platteninhalt im Halbleiterspeicher vorgehalten werden tritt die SSD gar nicht in Aktion. Allein der schnelle Bus der Prozessors mit 200 Gb/s gegenüber 6 Gb/s des S-ATA Anschlusses der Platten ist hier maßgeblich. In diesem Vergleich wurde darauf geachtet, dass dem Programm ausreichend Speicher zur Verfügung stand und so bei den zweiten und folgenden Programmaufrufen tatsächlich der Cache noch gültig war. In der Praxis sieht es ganz anders aus und dann profitiert der Anwender tatsächlich von der gegenüber eines HDD einer etwa dreimal schnelleren SSD.

Besonders spürbar ist der Geschwindigkeitsunterschied beim Booten des Betriebssystems und beim Programmaufruf. Die Webbrowser mit ihren riesigen Caches (30.000 Files) sind wesentlich spritziger geworden.

Vergleich Phoronix Testsuite – jAlbum

Wenn die SSD voll zum Tragen kommt ist der aktuelle Rechner beim Updaten eines großen Albums 7,3 mal schneller als sein Vorgänger aus dem Jahr 2009 (10:17 zu 1:24). Die Phoronix Testsuite übertreibt da manchmal etwas (AIO STRESS 206 mal), liefert aber auch brauchbare Resultate (Threaded I/O Tester: Lesen 6,7 mal, Schreiben 23 mal).

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2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 2.600 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 43 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Weihnachtsbescherung

Mein Computer aus dem Jahr 2009 hat zwar schon 30.000 Betriebsstunden auf dem Buckel, doch für die meisten Routinetätigkeiten ist er einwandfrei zu gebrauchen. Am Stephanitag schließe ich eine USB-Platte an. Im selben Moment friert der Bildschirm ein. Der Monitor meldet das Ausbleiben des Videosignals und schaltet danach ab. Am Gehäuse des PCs leuchten zwei Dioden auf. Eine zeigt an, dass er eingeschalten ist. Die andere zeigt die Aktivität der internen Festplatte. Statt wie üblich zu flackern steht sie auf Dauerrot.

Ein Hard Reset bringt nichts, der PC hängt beim mehrmaligen Wiederhochfahren und tut nichts mehr. Mit der Rettungs-CD fährt er einwandfrei hoch und das minimale Rettungssystem lässt einige Tests zu. Die interne Festplatte hat drei Partitionen. Zwei Systempartitionen lassen sich einwandfrei mit fsck -f überprüfen. Die Partition mit den Benutzerdaten macht den Ärger. Der fsck läuft einige Minuten, dann schaltet der Bildschirm ab, weil das Videosignal ausfällt. Auch mehrmaliges Booten von der Rettungs-CD ändert nichts daran. Ebenso fruchtlos verläuft ein smartctl -t long /dev/sda. Der Rechner hängt sich ebenfalls reproduzierbar auf. Selbst ein Umstellen des BIOS auf “Fail Safe”-Werte bringt mich nicht weiter. Zudem ist das Rettungssytem sehr unbequem zu bedienen.

Ich probiere daher einen USB-Stick mit openSUSE 13.2 aus. Der Rechner fährt einwandfrei hoch und hat sogar Verbindung mit dem Internet, so dass auch das Browsen im Web wieder funktioniert. Die Homepartition /dev/sda6 mit Platz für 900 GB Benutzerdaten läßt sich einwandfrei mounten. Da fsck und smartctl -t long bisher reproduzierbar versagten probiere ich etwas Neues. Ein dd if=/dev/sda6 of=/dev/null bs=4M braucht ca. drei Stunden, um die ganze Partition einmal auszulesen, doch er bewirkt anscheinend ein Wunder. Ein darauf folgender smartctl -t long läuft einwandfrei zu Ende. Im S.M.A.R.T Log der Festplatte sind keine aktuellen Fehler eingetragen.

Der Rechner bootet wieder einwandfrei von der zuvor widerspenstigen Festplatte und tut als wäre nichts gewesen. Der Fall bleibt mysteriös.

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openSUSE 13.1: Das Anschließen von USB-Geräten

Das Betriebssystem habe ich Anfang des Jahres auf drei Computern installiert. Ich bin damit recht zufrieden. Da und dort gibt es kleine Probleme, die meist schnell gelöst werden.

Fast Verzweifeln lässt mich der Anschluss von externer Festplatte, Kamera und GPS-Gerät. Manchmal klappt es auf Anhieb, das Gerät wird rasch automatisch eingebunden. Manchmal warte ich ewig und nichts geschieht. Die Geräteüberwachung in der Kontrollleiste zeigt das auch an, doch warum es nicht klappt bleibt unklar. Meist hilft es das USB-Kabel wieder abzuziehen und erneut einzustecken.

Vollends verwirrend ist das Verhalten bei zwei oder mehr grafisch eingeloggten Benutzern. Dann geht meist gar nichts. Bei den inaktiven Benutzern öffnet sich ein Fenster und meldet: “Authentication is required” und das root-Passwort wird verlangt. So richtig ernst kann das Ganze nicht gemeint sein, denn es reicht, das Fenster zu schließen. Dann klappt das Einhängen trotzdem. Besonders ärgerlich ist, dass selbst in der aktiven Sitzung eine Authentifizierung verlangt wird. Das Fenster dazu wird zuunterst geöffnet, so dass es meistens verdeckt ist und man gar nicht auf die Idee kommt, dass da jemand eine Eingabe verlangt. Klicke ich dieses Fenster weg wird das Gerät recht flott eingehängt.

Das Verhalten des Systems ist nicht sinnvoll und in höchstem Maß ärgerlich. Ich hoffe, dass das Problem von selbst verschwindet. Nach acht Monaten ist das Problem aber immer noch da und ich frage am 4. Oktober in den openSUSE-Foren nach: Automatic mounting of USB devices does not work properly.

Die Diskussion zieht sich in die Länge. Die Ergebnisse sind einfach nicht befriedigend. Da kommt am 21. Oktober der entscheidende Hinweis: You should not make changes … . Jetzt geht alles ganz schnell. Ich füge in ein Konfigurations-File zwei Zeilen ein:

#
# /etc/polkit-default-privs.local
#
# This file is used by set_polkit_default_privs to check or set
# the implicit default privileges granted by PolicyKit
#
# In particular, this file will not be touched during an upgrade of the
# installation. It is designed to be a placeholder for local
# additions by the administrator of the system.
#
# Note that you need to run /sbin/set_polkit_default_privs for
# changes to take effect.
#
# Format:
# <privilege> <any>:<inactive>:<active>
#
org.freedesktop.udisks2.filesystem-mount no:no:yes
org.freedesktop.udisks2.filesystem-mount-system no:no:yes

Seither ist die Welt in Ordnung. Das Anschließen und automatische Einbinden der USB-Geräte funktioniert wie ich es mir immer vorgestellt habe.

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