Weihnachtsbescherung

Mein Computer aus dem Jahr 2009 hat zwar schon 30.000 Betriebsstunden auf dem Buckel, doch für die meisten Routinetätigkeiten ist er einwandfrei zu gebrauchen. Am Stephanitag schließe ich eine USB-Platte an. Im selben Moment friert der Bildschirm ein. Der Monitor meldet das Ausbleiben des Videosignals und schaltet danach ab. Am Gehäuse des PCs leuchten zwei Dioden auf. Eine zeigt an, dass er eingeschalten ist. Die andere zeigt die Aktivität der internen Festplatte. Statt wie üblich zu flackern steht sie auf Dauerrot.

Ein Hard Reset bringt nichts, der PC hängt beim mehrmaligen Wiederhochfahren und tut nichts mehr. Mit der Rettungs-CD fährt er einwandfrei hoch und das minimale Rettungssystem lässt einige Tests zu. Die interne Festplatte hat drei Partitionen. Zwei Systempartitionen lassen sich einwandfrei mit fsck -f überprüfen. Die Partition mit den Benutzerdaten macht den Ärger. Der fsck läuft einige Minuten, dann schaltet der Bildschirm ab, weil das Videosignal ausfällt. Auch mehrmaliges Booten von der Rettungs-CD ändert nichts daran. Ebenso fruchtlos verläuft ein smartctl -t long /dev/sda. Der Rechner hängt sich ebenfalls reproduzierbar auf. Selbst ein Umstellen des BIOS auf „Fail Safe“-Werte bringt mich nicht weiter. Zudem ist das Rettungssytem sehr unbequem zu bedienen.

Ich probiere daher einen USB-Stick mit openSUSE 13.2 aus. Der Rechner fährt einwandfrei hoch und hat sogar Verbindung mit dem Internet, so dass auch das Browsen im Web wieder funktioniert. Die Homepartition /dev/sda6 mit Platz für 900 GB Benutzerdaten läßt sich einwandfrei mounten. Da fsck und smartctl -t long bisher reproduzierbar versagten probiere ich etwas Neues. Ein dd if=/dev/sda6 of=/dev/null bs=4M braucht ca. drei Stunden, um die ganze Partition einmal auszulesen, doch er bewirkt anscheinend ein Wunder. Ein darauf folgender smartctl -t long läuft einwandfrei zu Ende. Im S.M.A.R.T Log der Festplatte sind keine aktuellen Fehler eingetragen.

Der Rechner bootet wieder einwandfrei von der zuvor widerspenstigen Festplatte und tut als wäre nichts gewesen. Der Fall bleibt mysteriös.

Über Karl

Ich bin Physiker im Ruhestand
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