Davos/Gämse

Liebe Constanze, lieber Walter,

wir kennen uns nicht, aber LaufReport – das Laufsport Journal im Internet
unterscheidet sich in angenehmer Weise von anderen Webseiten, so dass ich einige
Zeit darauf verbracht habe und zu Davos was beitragen kann:

> Wir haben die Fragen nur sehr ausweichend beantwortet. Bei gleichem
> Training erzielten wir bisher im Hochgebirge sehr unterschiedliche
> Ergebnisse. So liefen wir einmal bis Chants gemeinsam. In Davos wurde
> Constanze dann als Dritte geehrt, als ich gerade Dürrboden erreichte.
> Auf den 18 km von Chants bis Dürrboden hatte ich damals 70 Minuten auf
> sie verloren, bei gleicher Vorbereitung und gleichen Marathonzeiten im
> Flachen. Liegt also Erfolg und Misserfolg gar nicht an der Vorbereitung
> sondern an der Veranlagung? Wir wollen uns nicht festlegen. (Walter
> Wagner)

Letztes Jahr war ich zum 2. Mal nach 1999 beim K78 dabei und bin in M50
mit 7h54 Siebter geworden. Das Lauftraining habe ich überspitzt formuliert im
Englischen Garten zu München absolviert. Ich habe auf Berg- und Hügelläufe
komplett verzichtet, denn wochentags war ich in München und am Wochenende
in Erlangen. Die Trainingsläufe (6 mal pro Woche) lagen fast alle zwischen
1 und 2 Stunden und nur ganz selten dauerten sie länger als 3 Stunden.

Für die spezifischen Anforderungen von Davos bin ich im Juni eine Woche
intensiv gewandert (Kraft in den Beinen). In der Woche vor dem Lauf bin
ich ebenfalls gewandert, natürlich nicht so intensiv, aber zur Gewöhnung
an die veränderten Verhältnisse (eine richtige Akklimatisation können
sich nur wenige leisten) mit Übernachtung auf hochgelegenen Hütten.
Die Wanderungen habe ich alle mit Laufschuhen und Tagesrucksack
unternommen (ca. 8 kg Getränke, Wetter- und Kälteschutz).

Meiner Meinung nach habe ich in Davos weitaus am besten in meiner
bescheidenen Läuferkarriere abgeschnitten. Wichtig ist es, für alle
Anforderungen gleichermaßen gerüstet zu sein, denn sonst reibt man sich
sehr leicht auf. Trittsicherheit hilft zwischen Chants und Dürrboden einen
Haufen Kraft sparen: Anke Drescher hat mich in der Gegend von Monstein mit
einem Höllentempo überholt. Drei Kilometer vor dem Ziel hat sie mich noch
einmal überholt. Es war mir trotz gutem Allgemeinbefinden unmöglich, dran
zu bleiben. Doch am Ende war ihr Vorsprung gerade 3 Minuten. Ganz
wichtig ist es, bei zunehmender Steilheit eine Überlastung zu vermeiden,
denn das kostet ein Mehrfaches von dem was es bringt. Verglichen mit 1999
(8h37) bin ich im Steilen viel mehr gegangen und dafür im einfacheren
Gelände schneller gelaufen.

Aus meinem Trainingstagebuch (zu den Stichworten weiß http://www.google.de
Genaueres):

Durchschnittswoche ca. 90 km langsamer bis lockerer Dauerlauf.

6. Mai: Langsamer Lauf zur Vorbereitung auf Rennsteig nach 3h54/137 Puls,
abgebrochen wegen unklarer Beschwerden und 2 km nach Hause gegangen.

18. Mai: Rennsteiglauf mit Zwischenzeit unter 5h (9. M50). Ab dem
Beerberggipfel unheimliche Beschwerden (Schmerzen in den Armbeugen,
Würgereiz und Muskelschmerzen in den Oberschenkeln). In Schmücke
ordentlich gegessen und bis Schmiedefeld ins Ziel gewandert: 38. M50 mit
7h36.

11. Juni: Hüttenbenchmark: Parkplatz Dorngraben – Grünburger Hütte in
49min/152 Puls, zurück in 37/117, ordentliche Verbesserung gegenüber 1999:
51/155 und 44/127.

12. Juni: Wanderung Lackenhof – Riffelsattel – Feldwiesalm – Terzerhaus –
Ötschergräben – Riffelsattel – Lackenhof

13. Juni: Wanderung Vorderer Langbathsee – Schafluckensteig – Brunnkogel –
Hochleckenhaus – Taferlklause – Vorderer Langbathsee

14. Juni: Reichraminger Hintergebirge: Brunnbach – Weißengütl – Weißwasser
– Große Klause – Pleißabach – Brunnbach 2h38/131.

15. Juni: Wanderung Vorderstoder – Warscheneck – Schrocken – Edtbauernalm
– Schafferteich – Vorderstoder.

Das Wetter war die ganze Woche lang relativ bescheiden, darum machte ich
die beiden Läufe und kürzte ab.

3. Juli: Am Marienplatz Schuhe gekauft, München Zentrum – Wolfratshausen
in 3h00: Schuhe sind OK.

21. Juli: langsamer Lauf 2h29/137

22. Juli: am Vormittag langsamer Lauf 1h, am Mittag Fahrt nach Schladming
Obertal, am Nachmittag Wanderung Hopfriesen – Ignaz-Mattis-Hütte, am Abend
auf die Lungauer Kalkspitze und zurück.

23. Juli: am Vormittag Abstieg nach Hopfriesen und Autofahrt in den
Oberpinzgau nach Bramberg. Am Nachmittag Wanderung durch das Habachtal zur
neuen Thüringer Hütte. Am Abend Spaziergang Richtung Fürther Hütte.

24. Juli: Abstieg nach Bramberg, Gewitter im Osten, Fahrt in das Ötztal
nach Umhausen/Neudorf, am Nachmittag Wanderung zur Erlanger Hütte.
Abendspaziergang Richtung Fundusfeiler und zurück.

25. Juli: Wanderung von der Erlanger Hütte auf den Fundusfeiler – am
Mittag Frischmannhütte, am Nachmittag nach Köfels – Neudorf, Fahrt nach
Vent und Aufstieg zur Breslauer Hütte. Abendspaziergang Richtung
Vernagthütte und zurück.

26. Juli: Am Vormittag Abstieg von der Breslauer Hütte nach Rofen – Vent.
Fahrt über das Timmelsjoch nach Sulden. Am Nachmittag Aufstieg zur
Hintergrathütte. Am Abend Gewitter.

27. Juli: Abstieg nach Sulden und Fahrt nach Davos. Wanderung von Teufi
nach Dürrboden – Mittagessen – Teufi. Fahrt in das Hotel.

28. Juli: K78 in 7h54 bei optimalen Verhältnissen.

29. Juli: Rückfahrt über Imst und das Hahntennjoch. Wanderung vom
Hahntennjoch – Anhalter Hütte – Mittagessen – Hahntennjoch.
Weiterfahrt nach München.

Es führen also alle Wege nach Rom, aber welcher der angenehmste und
schnellste ist, weiß man vorher ganz bestimmt nicht und hinterher auch
nicht so genau.

Viel Erfolg bei den 100km am 14.9 wünscht Euch

Karl

Über Karl

Ich bin Physiker im Ruhestand
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