Mt. Shasta – Avalanche Gulch

Hallo Michael, Du hast 100%ig recht. Aber in der Praxis kann schon mal was dazwischen kommen. Und dann ist alles anders. Zum Beispiel am 26. August 1996. Nach ein paar arbeitsreichen Tagen musste ich wieder einmal meine Genusssucht befriedigen und zu diesem Zweck bot sich gerade der Mt. Shasta an (4317m). Oregons Küsten mit ihren wie Triathleten gekleideten Badegästen und die damit in engem Zusammenhang stehenden Redwoods waren kein geeigneter Ort für eine brauchbare Akklimatisation.

Schon am Vortag hatte ich rekognosziert und festgestellt, dass es Steigeisen brauchte. Die 20$ Leihgebühr für einen Tag waren mehr als mich mein erster Marathon im Jahr darauf kosten sollte. Dafür konnte ich bei der Verpflegung sparen. Die Kosten für eine Portion Fudge (kalorienreiche Art von Spachtelmasse, die die Amerikaner zu den besternährtesten Völkern macht) und eine Pet-Flasche waren nicht der Rede wert.

Am 26. fuhr ich gegen 6 Uhr morgens im Regen mit dem Auto zum Waldrand hoch (ca. 2000m) und betrachtete das Gewitter mit Skepsis. Es war aber harmlos und legte sich zur Ruhe, während ich mich um halb sieben auf den Weg machte. Den habe ich zwar nicht gefunden, ich habe auch keinen benötigt. Angeblich machen sich jedes Jahr 15000 Leute auf den Weg zum Gipfel. An diesem Tag habe ich niemanden gesehen. Es war wahrscheinlich nicht der Tag der Amerikaner.

Die Witterung war einem flotten Anstieg recht förderlich und der hart gefrorene Firn wunderbar zu steigen. So gegen halb elf war der Gipfel erreicht. Die Sicht war hervorragend, zumal der Mt. Shasta der einzig nennenswerte Gipfel in der Umgebung ist. Auf die Dauer wurde es recht frisch. Der Fudge war aufgebraucht, die Pet-Flasche leer und alle Fotos gemacht. Jetzt machte sich auch die Höhe bemerkbar und ich bin ganz schnell wieder herunter.

Um halb eins war ich wieder am Parkplatz und konnte die angenehmen Seiten des Wetters in 2000m Höhe den ganzen Nachmittag lang genießen. Unten in Mt. Shasta gab es am Abend eine echte Maß (31 ounces!) beim Willy aus Bayern und da wusste ich, der Tag war gelungen.

Über Karl

Ich bin Physiker im Ruhestand
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