Klimawandel

Das Thema ist aus der wissenschaftlichen Perspektive betrachtet abgehakt. Diese Tatsache wird aber durch rasant wachsende Desinformation verschleiert. Ich traute meinen Augen nicht, als bei der Achse des Guten auf Rüpeleien unter Klimaforschern hingewiesen wurde. Schon beim diagonalen Lesen schien mir der Artikel fragwürdig. Die Diskussion darüber war sehr lehrreich.

Stefan Rahmstorf hat den Artikel von Axel Bojanowski  analysiert. Mittlerweile wurde der Wegman-Bericht genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht mich nicht.

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Über Karl

Ich bin Physiker im Ruhestand
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Eine Antwort zu Klimawandel

  1. klemperer85 schreibt:

    Einen ganz lehrreichen Artikel, auch zum Hintergrund der ziemlich unappetitlichen Lobbyarbeit von “achgut.de” (einer Kampfgruppe von Journalisten, die es sich, da sind sie nicht ganz allein, zum ZIel gemacht haben, Lobbyarbeit zu leisten und Wissenschaftler wie Rahmstorf zu diskreditieren – man wittert überall “Gutmenschen”, daher auch der Name) findet sich in der FAZ.
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/klimaskeptiker-die-letzten-fortschrittsglaeubigen-1901995.html

    Ich habe mich jahrelang mit der Pseudoinformation von Journalisten wie Maxeiner/Miersch, nicht nur zur Klimaforschung, beschäftigt. Tatsächlich gelingt es solchen Leuten ja, Lomborg, Singer, Peiser, Maxeiner/Miersch und anderen, im Internet Verwirrung zu stiften. Während längst bekannt ist, wie diese Lobbyarbeit funktioniert, und daß dafür auch manchmal ordentliche Geldsummen von manchen Firmen fließen, glauben dank gezielter Desinformation immer noch erstaunlich viele Menschen, der Anteil der Menschen am Klimawandel wäre eine “Lüge”.
    Der “Spiegel” gefällt sich etwa immer noch darin, so zu tun, als wäre die Klimaforschung ein nicht benötigter Wissenschaftszweig, den die Forscher selbst durch “Panikmache” aus egoistischen Motiven künstlich am Leben halten würden. Und das wirkt.

    Wer dazu um 1990 an der Universität war, konnte dort sehen, daß auch in den Kulturwissenschaften ein “postmodern turn” kam – und es wurde modisch, allüberall “Gutmenschen” zu wittern. Selbst gefiel man sich zunehmend darin, betont “ironisch” und “skeptisch” zu sein. “Cool – das heißt, nichts wichtig nehmen!” hieß es. (Außer dem eigenen ego, wie bald klar wurde.^^) Nun macht diese Gruppe postmoderner Kulturwissenschaftler einen ziemlich kleinen Teil der Bevölkerung aus – aber keineswegs einen kleinen Teil der Journalisten.
    Ist ganz interessant, solche Details zu betrachten. Klimaforschung ist ein naturwissenschaftlicher Zweig – präsentiert wird er aber durch Medien, das Internet usw.

    Hier wie in vielen Bereichen fällt auf, daß man sich a la achgut.de seine Gegner gerne so aussucht, daß es risikofrei ist. Die sogenannten “Gutmenschen”, gegen die sich Maxeiner/Miersch und achgut.de fast manisch wenden, gibt es beinahe nirgendwo (mehr, man sagt ja nicht, wen man damit meint…Heinrich Böll? Jesus? Mutter Theresa? Oder Harald Schmidt^^ – nein, der ist auch ein “Gutmenschen”-Hasser^^)…
    Jedenfalls bezeichneten Kulturleute gern “Gutmenschen” auch als “Öko-Faschisten”. Der Begriff stammt aus England, wurde aber in den Kulturwissenschaften gradezu aufgesaugt. Auch auf arte oder 3sat hörte man mehr als tausende Male “Gutmensch”. Empirisch am häufigsten gab es den Ausdruck im Feuilleton der “Frankfurter Rundschau”, aber auch in der “Welt”, wo Maxeiner/Miersch wiederum eine Kolumne hatten oder haben.

    Für Kulturwissenschaftler mag es furchtbar sein, wenn sie mit ihrer “die Welt ist ein Text”-Postmoderne nicht alles genau wissen können. So gab es eine Sonja Margolina, die mehrfach ins Horn der “Skeptiker” blies. Ihr peinlichster Artikel erschien in der Süddeutschen auf Seite 3,
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/klimawandel-in-russland-sonniges-sibirien-1.765389

    Hier konnte sie ihre prima postmoderne Theorie der “großen Erzählung”, also der monokausalen Dummheit, gegen die ach-so-vielfältige Postmoderne gewinnbringend, wie sie fand, hineinschreiben. Der Kommunismus, so Margolina, war die letzte “große Erzählung”, die man der Menschheit teilweise aufgezwungen hatte. Und nun kommen diese bösen Naturwissenschaftler und versuchen, eine zweite “große Erzählung”, den Klimawandel, heißa! – zu erfinden. Da müssen wir uns doch wehren! Und freut sich nicht Sizilien? Halt, das war falsch. Und freut sich nicht Sibirien! Ja ja! Da wird es dann endlich wärmer! Na seht ihr…
    A ha, soll der Kopf denken, der hinter der Süddeutschen steckt, der Klimawandel fängt ja auch mit K an. Ist mir bisher nie aufgefallen. Kommunismus, Klimaerwärmung, Kaltesuppe. Alles mit K, alles ein Mist. Mensch, zum Glück hat die mir das erklärt!
    Man will uns den Spaß am Leben nehmen! So, so….
    Viel niveauloser geht’s nimmer, aber der Süddeutschen war es einen Artikel auf Seite 3 wert, und ich hörte gleich einige Diskussionen (ein Zustimmen allgemein) darüber unter Intellektuellen.

    Seit Jahren hörte ich mir in Diskussionen zum Thema Klima mehr als tausendmal Unsinn a la “die können nicht mal das Wetter in 3 Tagen wissen – aber mir wollen sie sagen, daß es in meiner Stadt 2100 so und so warm ist!” an. Ein Mathias Horx, Zukunftsforscher, schrieb sowas. Wenn man dann antwortet, “kein Klimaforscher würde dir sagen, in deinem Garten am Powidler See wird es am 2.5.2100 genau XX Grad haben, die Luftfeuchtigkeit wird ??% betragen” – grinst man, und wechselt das Thema (cool sein heißt, immer Recht haben!^^). Beliebt auch immer noch “it was cold today in Wagga Wagga”… Na dann….wo ist sie, die Klimaveränderung, in Pirmasens hat es heute geregnet, mannomann!
    Ein blog namens “Alles Schall und Rauch” gefiel sich kurz vor der mehrwöchigen Hitzephase im Sommer 2010 “Der Sommer, der ein Winter war” zu schreiben. Alle kritischen Kommentare wurden nicht veröffentlicht, aber ein Herr durfte behaupten, im Juni sei es in Viersen immerzu 25-30 Grad. “Und jetzt? Die Eiszeit” (sinngemäß^^).
    Abgesehen von der leicht unempirischen Betrachtungsweise (es sei denn, Viersen durchfließe ein mir unbekannter winziger Golfstrom, der berühmte Viersenstrom?? der es von allen andern umliegenden Städtchen heraushebe?) ist das das “it’s cold today in Wagga Wagga”-Argument^^ in Urform.

    Wissenschaftlich mag vieles klar sein, wie Sie schreiben. Da im Internet aber weiterhin Mehrheiten unwissenschaftlichen Unsinn schreiben, ist es sehr gut, wenn Sie z.B. Beiträge wie diesen zum Thema schreiben. Es lesen halt mehr Menschen den Spiegel oder Cicero (dessen Berater ein gewisser Herr Miersch von achgut.de war, und so erschien 2007 eine Ausgabe mit dem Aufmcher und vielen Artikeln, die so taten, als wäre der Klimawandel eine Lüge…) – als die hervorragende Klimalounge von Stefan Rahmstorf…

    Teilweise ist die Lobby-Arbeit dieser ja grade nicht “skeptischen” “Klimaskeptiker” auch ideologisch begründet. Letztlich fürchten Maxeiner/Miersch, die von ihnen präferierte radikale Marktwirtschaft würde scheitern, und tatsächlich hat Marktradikalismus und Ressourcenvergeudung viel miteinander zu tun. Es fuchst z.B. sicher den Audi-Liebhaber Maxeiner, der mal ein Buch über einen Audi TT geschrieben hat, wenn die SUVs a la Porsche Cayenne S oder Minicooper S als “Spritfresser” bezeichnet werden (es wurde aber 2000-2007 kein Auto in Deutschland mehr verkauft als grade das kleine Spritfresserchen Minicooper^^, so derb war also die Kritik dann doch nicht, das dicke, tatsächlich viel Sprit fressende Auto verkaufte sich unglaublich gut). Ideologisch verrannt wittern Leute von achgut.de eben immerzu welche, die ihnen “den Spaß nehmen”.
    Es scheint da nur… verschiedene Arten von Spaß zu geben… Wenn an der Ampel ein Cayenne S der ersten Generation losbruste, lag sein Verbrauch kurzfristig so hoch, daß er 66l/100km verschnauferlt hätte, sofern man das Gebruse 100km genau so durchhalten könnte. Ja so ein Spaß! “Klimakiller!!” stand öfter auf Q7, ein Bapperl, na das ist doch ein Spaß, ha ha.
    Jetzt schauns, man mags nicht glauben – aber mir würd das keinen Spaß machen, in Hamburg oder München loszubrusen, und mein Schnauferl säuft den Sprit – und in 150m kommt die Ampel, an der ich doch glatt bremsen muß. Ist mir kein Spaß. Ist es nicht. Sowas.
    Als aber 2006 kurz ein “Medienhype” um die Klimaerwärmung herrschte, auf Al Gore’s Film – ein hype, der wie das “Schneechaos” oder “zu Guttenbergs Dr.-Titel” oder “burn-out” nach Wochen wieder völlig verschwunden war – da sprach im Bayerischen Rundfunk ein Thomas Palzer, ein postmoderner Herr, im “Zuendfunk” wie beleidigt, weil man nun plötzlich doch die seit 1988 eigentlich bekannten wissenschaftlichen Fakten ernst zu nehmen schien, vom “Recht auf Geschwindigkeit”. ihr wollts mir wohl den Spaß nehmen, pausenlos schnell zu fliegen und dicke Schnauferl z’fuin! Ja sapperlot!
    Damit wollte er kundtun, daß er das Gerede um die Klimaerwärmung für ideologischen Unsinn hielt. Hatte ja auch jahrelang gut geklappt in den Kulturszenen (Stichwort “Gutmensch”.) Na, der Herr wird dann den Sonja-Margolina-Artikel mit Gewinn gelesen haben.
    Und er könnte ja nach Durban eher beruhigt sein. Der hype ist gegangen, die Mehrheit der “Skeptiker”, zu denen auch er wohl gehörte, haben jedenfalls im Internet wieder die Mehrheit. 191 Millionen Menschen flogen 2010 von deutschen Flughäfen weg. Es ist halt bequemer, nichts zu tun, und “das alles ist nicht bewiesen” zu säuseln. Und bittschön – wer will schon “Gutmensch” sein? Was auch immer das ist^^….sagt einem a keiner. Vielleicht schreien sich ja diese Gutmenschenfresser wie von achgut.de oder aus der Frankfurter Rundschau von 1997 bis ich sie nicht mehr las (es gibt so viele wichtige Sachen auf der Welt…) zuhause immer an? Sind also die Bösmenschen? Wer weiß….^^. Vielleicht macht ihnen das dann Spaß, den Bösmenschen, sich schrecklich anzubrüllen und immer alles, aber um gottswillen nicht etwa “gut” zu sein – wie im Q7 oder Cayenne S Vollgas an der Ampel zu geben, oder in deutschen Innenstädten mit panzerartig aussehenden Gefährten umherzududeln.

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